Archive for Dezember 2011

Weihnachts-Profilieren

Weihnachts-Profilieren

Auch dieses Jahr schafft es passend zum 24. Dezember wieder das Wörtchen Weihnachts-Profilieren zum Wort des Tages. Einreicher, Juror und Preisverleiher waren wie jedes Jahr: ich! An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Glückwunsch.

Im Stolpergang zur Bierkiste erspähe ich sie: die ZEIT auf dem Küchentisch. Aha, er ist also gut angekommen. Und nichts hat sich geändert. Allerdings überfällt mich des nachts arrogantes Verständnis für sein Verhalten. Und irgendwie macht es mich wütend und traurig zugleich. Mir bangt es auch vor dem morgigen Treffen. Ich mag nicht, ich will nicht, ich kann nicht mehr hier wohnen.

Während des Zwangsganges zur Kirche denke ich über den Stern von Bethlehem nach. Da war in einem Bit (Stern) sehr viel Information kodiert, obwohl zwischen Gott und den Hirten keinerlei Absprache bestand. Ein wenig Blasphemie am Heiligen Abend tut mir ganz gut und ich fühle mich angenehm nerdig.

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Schnabels Gabel

Schnabels Gabel
Die Fabel über Schnabels Gabel von Erich Kästner handelt von Christian Leberecht Schnabel, den Erfinder der einzinkigen Gabel. Dieser hatte damit zu kämpfen, dass seine Erfindung nichts wert sei, da sie keinen Gebrauchswert habe. Am Ende heißt es jedoch:

Ihm ging es um nichts Reelles.
Ihm ging es um Prinzipielles!
Und in sofern hatte Schnabel
mit der von ihm erfundenen Gabel
natürlich recht.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das Gedicht tröstlich oder gemein finden soll. Ich beschäftige mich auch mit einzinkigen Gabeln und habe mich immer damit getröstet, dass es mit ums Prinzipielle geht. Und wer weiß, ob nicht irgendwann einmal Bedarf an einzinkigen Gabeln besteht?! Dann wäre natürlich vorgesorgt und das Gedrängel am Besteckkorb riesig.

Man sollte die Dinge, was sie auch seien, nicht nach ihrem Gebrauchswert schätzen. (Der ist ja sowieso nicht zu ermitteln.) Aber wonach dann?

Gewohnheits-Isolation

Gewohnheits-Isolation

In der Fremde, in eine seltsamen Umgebung gesetzt. Ratlos, was ich tun soll. Ungewohnt unentschlossen.

Plötzlich kann ich nicht einfach den Gewohnheiten nachgehen, sondern muss mich gewissermaßen neu orientieren. Mal sehen, wie lange es braucht, bis ich mich dem Blödsinn wieder hingebe. Ferien sind das nicht, denn dazu müsste man sich doch entspannen können. Und alles hier ist angespannt, sogar ich.

Wo ist die Gitarre, wenn man sie braucht? Aber, aha, was ist das? Ein Fernseher?! Auch nicht schlecht… vielleicht.

>> Jetzt geht wieder alles von vorne los! << (Tocotronic) Ich weiß, dass Zitat ist von mir böse aus dem Zusammenhang gerissen. Hier geht es um was anderes. Der ganze Ablauf; das was gestern und heute geschah, das was in den nächsten Tagen passiert, das habe ich schon gut ein dutzend Mal durchstanden. Mir graut es schon vor meiner Laune und vor dem, was ich über mich ergehen lassen muss. Und den Soundtrack dazu kenne ich auch schon. Immerhin.

Die kleinen Dinge

Die kleinen Dinge

>> In der Phantasie geht alles!<< Helge Schneider

Ein kurzer Satz, der einfach gut und richtig ist. Daran könnte ich mich ewig erfreuen. Das geht natürlich auch bei Lyrik:

>> Ein Rabe geht im Feld spazieren. Da fällt der Weizen um! << Helge Schneider

Man veredelt eine Sache nicht, indem man sie künstlich aufgebläst. Aus einer guten Idee muss nicht unbedingt ein ganzen Buch werden, wenn sich das Wesentliche auch in wenigen Zeilen übermitteln lässt. Außer natürlich Dostojevski. Der darf schwadronieren, aber der kann das ja auch. Ich kann das nicht und deshalb schreibe ich hier auch keine Romane, sondern probiere das Wesentliche heraus zu destillieren.

What would you do?

What would you do?

Aus dem Film >Office Space<

What would you do if you had a million dollar?

Peter Gibbons: I’d relax, I would sit on my ass all day, I would do nothing.

Lawrence: Well you don’t need a million dollars to do nothing, man. Just take a look at my cousin, he’s broke, don’t do shit.

Und genauso geht’s mir auch gerade. Ich habe kein Interesse an Luxus und Karriere. Was ist also Zweck der ganzen Plackerei?

Manchmal gefalle ich mir selbst darin, bestimmte Dinge zu tun. Das kann auch tatsächliche Arbeit sein, und dann ist es gar nicht mehr so schlimm, dass es kein großes Ziel gibt. Es ist nur nicht so einfach in diesen Zustand zu gelangen. Und vor allem: zu bleiben.

Helden des Schnees

Helden des Schnees

Ein >Griaß di!< im Vorbeilaufen und ein Blick der alles sagt. Ja, wir sind schon ziemliche Teufelskerle, einfach so im Schneegestöber zu joggen. Etwas später komme ich halbwegs durchgefroren an und wärme mich am Tee. Jetzt fühle ich mich viel besser.

Für heute habe ich nicht mehr viel geplant. Meine Gitarre lächelt mich an und lange werde ich dem nicht widerstehen können. Vermutlich werde ich mich aber doch noch ein wenig auf die Arbeit stürzen, bevor ich mich heute Abend vor der Party drücke. Heute ist einfach nicht der richtige Tag, um unter Menschen zu gehen. Ich möchte mich lieber verkriechen. (Manchmal denke ich, ich werde alt, aber wenn ich ehrlich bin war ich doch schon immer so.)

>> Das wenige was ich les‘, das schreib‘ ich mir selbst! <<

Hello, World!

Hello, World!

>> Das Quadrat ist kein Kreis, und der Mensch ist kein Engel. Die Quadrate scheinen sich damit abgefunden zu haben, daß sie nicht rund sind. (…) Bei den Menschen ist das anders, zu mindest bei denen, die über sich hinausstreben. Sie wollen nicht der vollkommene Mensch werden, (…) sondern Engel. << Erich Kästner

Oft verstehe ich gar nicht, warum ich mich so quäle. Bin ja eigentlich gar nicht so bescheuert mich irgend einer Vewertungslogik zu unterwerfen. Zumindest meistens nicht. Der Blog ist ein Experiment um mir selbst auf die Schliche zu kommen. Um mich selbst zu verstehen.