How To: Atheisten sachgerecht Entsorgen – Die Mühlstein-Alternative

Wer von der Quantenphysik nicht schockiert ist, der hat sie nicht verstanden! – Niels Bohr

Wer von der Bibel nicht schockiert ist, der hat sie nicht gelsen! – Senfzettel

Es ist nun schon über 10 Jahre her, da antwortete mir der Dorfpastor auf die Frage, warum denn das Christentum die einzig wahre Religion sei, mit der einfachen Antwort: „Das Christentum ist die Religion der Liebe!“ Damals hat mir das eingeleuchtet und ich habe nicht einmal gelacht darüber. Wenn man Christen auf die offensichtliche Brutalität in der Bibel anspricht, dann ist die gängige Antwort: „Ja, für das alte Testament stimmt das schon. Aber dann kam Jesus und brachte die Liebe auf die Welt zurück.“ Aha. Dann mal hier eine meiner Lieblingsstellen (Lukas 17):

Jesus wandte sich wieder seinen Jüngern zu, den Männern und Frauen, und sagte zu ihnen: >>Es ist unvermeidlich, dass Menschen an mir irrewerden. Aber wehe dem, der dazu beiträgt! Es wäre besser für ihn, er würde mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen, als dass er auch nur einen dieser kleinen, unbedeutenden Menschen, die zu mir halten, an mir irremacht.<<

Da wird mir gleich ganz warm ums Herz bei so viel Liebe und Toleranz. Wenn ich dann noch bedenke, dass die Stelle aus der Übersetzung „Gute Nachricht“ kommt, dann, ja dann… bin ich doch leicht verwundert. Wenigstens ein Hinweis für Kinder („Bitte nicht zu Hause nachmachen!“) wäre doch angebracht.

 

Manchmal finde ich es schon sehr komisch, dass meine Familie an eine Religion glaubt, die mich nach dem Tod in der Hölle sieht. Und trotzdem probieren sie nicht mich zu bekehren. Dass ich regelmäßig zum Zahnarzt gehe ist ihnen wichtiger. Und da muss man mal die Relationen sehen: „Karies“ gegen „unendlich lange in der Hölle schmoren“.

 

———————————————

Nachtrag:

In den Kommentaren ging es viel um die Interpretation der Jesus-Geschichten. Wer sich damit weiter beschäftigen will, der sollte sich unbedingt die „Jesus Christus Erlöser“-Darstellung von Klaus Kinski anschauen. In diesem Video steckt so viel Interessantes und ist von der Art her einfach mitreißend. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen; es ist besser das Video einfach auf sich wirken zu lassen.

Link: http://www.youtube.com/watch?v=jF7r2qieaYA

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27 responses to this post.

  1. Sehr schönes Zitat von Senfzettel!
    Das Christentum als Religion der Liebe zu bezeichnen, ist mal wieder typische Hirnwäsche der Verantwortlichen. Und das selbst Jesus mit Gegnern hart ins Gericht gegangen ist, zeugt nur vom menschlichen Ursprung des ganzen Schriftwerks. Hätte er solche Hetze und Aggression nötig, wenn er die Welt zum Gegenteil verändern wollte? Nope, da war der Autor wohl grad in einer märtyrerischen Laune, als er das verfasst hat.
    Das Bild ist super! 😉

    Antwort

    • Sehe ich genauso!
      das Bild gefällt mir auch sehr gut, ist jedoch nicht von mir geschossen worden! Mühlsteine sind offensichtlich vom Mordinstrument zur Gartendekoration geworden. Interessanter Wandel.

      Antwort

  2. Ja, die meisten Leute verhalten sich nicht so, als würden sie wirklich glauben, was ihre Religion vorgibt. Was man daraus schließen darf, weiß ich auch nicht genau, aber intuitiv würde ich soweit gehen zu sagen, dass sie es auch nicht wirklich glauben.

    Antwort

    • Entweder sie glauben es selbst nicht, oder sie beschäftigen sich einfach nicht damit. Religiöse Menschen sind ja häufig nicht besonders reflektierend. Ich glaube, dass viele Christen, wenn sie sich denn ernsthaft mit ihrem Glaube außeinandersetzen würden (statt einfach nur Lobeshymnen zu singen) , schnell ihren Glauben verlieren würden.

      Antwort

      • Ich weiß ja nicht… Ich glaube, Menschen sind generell nicht besonders reflektierend. Ohne Expertentum reklamieren zu können, würde ich sagen, dass religiöse Menschen insgesamt nicht mehr oder weniger reflektieren als Atheisten. Bei ihnen wird eben ein bestimmtes Thema aus der kritischen Überprüfung ausgeklammert. Die meisten Menschen haben ein paar solche Themen, auch wenn es natürlich selten so offensichtlich ist wie bei der Religion.

      • Danke fürs Zurechtweisen! Da hast du vollkommen recht! Ich hab sicher vorschnell (und sehr pauschal) geurteilt.
        Für mich spielt das Thema „Lebensethik“ eine große Rolle, und es nervt mich zugegebener Weise, dass viele Christen nicht wissen, worum es in ihrer Religion geht. Aber auch ich habe einige Dinge, die ich ausblende.
        Wirklich vielen Dank für den Kommentar; ich glaube dass ich nun etwas anders über die Sache denke!

      • Das hast du aber nett gesagt, vielen Dank.

  3. schöner Post. Ich bin in einer sehr katholischen Familie groß geworden, habe mich aber recht bald von der Religion abgewandt. Trotzdem bleibt bei mir ein zweifel ob es das richtige war. Deine Gedanken zur Bibel kann ich nachvollziehen, wobei mir ein Professor immer gesagt hat, die Bibel ist ein wenig so wie Wikipedia. Viele haben mitgemischt, viele haben ihren Senf abgegeben und nachgeprüft hat kaum jemand 😉

    Antwort

    • Das ist natürlich ein bisschen unfair gegenüber Wikipedia. Schließlich ist Wikipedia in der Regel durchaus zuverlässig und für zahllose Menschen eine echt nützliche Wissensquelle.

      Antwort

    • Es stimmt natürlich, dass die Bibel von vielen Menschen geschrieben, geprägt und beeinflusst worden sind. Und man muss auch bedenken, dass die Evangelien erst viele Jahre nach dem Tod von Jesus aufgeschrieben worden sind. Dennoch stand im Hintergrund ein allmächtiger Gott, der das alles überwacht und zugelassen hat. 😉
      Ich hab bisher noch nie gehört, dass jemand Zweifel über seinen Ausstieg aus der Religion hatte. Kannst du sagen, was dich da unsicher macht? (Keine Angst, ich möchte hier niemanden von meiner Weltsicht überzeugen. Es ist reines Interesse.)

      Antwort

      • Also so richtiger Zweifel ist es eigentlich nicht, manchmal eher ein klein wenig Wehmut. Ich finde und fand, dass Religion einem einen recht gut verständlichen Regelkontext für das Leben an die Handgibt, etwas woran man sich immer orientieren kann (oder es jedenfalls meint). Für mich hat sich das als falsch herausgewiesen in meiner Jugend, da es eben NICHT geholfen hat, bzw. ich keinen Sinn mehr daran sah. Heute lebe ich nach meinen eigenen Regeln, jedoch habe ich (ich weiß nicht ob es anderen auch so geht) oft das Gefühl ich müsste mich für meine Lebensweise/Regeln etc. rechtfertigen. Wenn man in einer Gemeinschaft wie der christlichen/muslimischen/etc. ist muss man das eher nicht, da man hier dem Strom folgt und sich an die Regeln zu halten hat. Es ist vielleicht ein solches Gefühl wie das generelle Schwimmen gegen den Strom: schwimmt man im Schwarm mit will man ausbrechen, ist man ausgebrochen kommt einem die Strömung sehr hart vor 😉 Ich bin zu weit weg von der Religion um da wieder reinzukommen, ich will das auch nicht wirklich mehr, aber manchmal wäre es etwas einfacher (ich sehe das an Mitgliedern meiner Familie).

      • Ich hab das ähnlich erfahren. Das Leben als Schaf ist natürlich einfacher, da man weiß, wo man im Leben steht. Aber da man sich nicht bewusst selbst belügen kann, gibt es wohl kein zurück.
        Mittlerweile genieße ich es aber eher, dass ich mir meine eigene Ethik zusammenschuster. Natürlich ist das schwierig, man verhaspelt sich öfter in Widersprüche und ist inkonsequent. Aber ich fühle mich dadurch mehr als Mensch und finde es auch einen interessanten Prozess, den ich an mir selbst beobachten kann.

      • dem würde ich so zustimmen, ja….

  4. ja, das stimmt. war schließlich von einem Theologieprofessor. Andererseits ist die Bibel für viele Menschen das, was für uns Wiki ist 🙂

    Antwort

  5. Posted by diplowanndenn on 8. Mai 2012 at 22:23

    Großartig! Hab zu Ostern ordentlich die Nester ausgeräumt, einige Eier investiert und bin aus der Kirche ausgetreten – jetzt dein Artikel XD sehr fein, weiter so – mag ich!

    Antwort

  6. Posted by mercfalk on 10. Mai 2012 at 20:02

    Christentum-bashing kommt anscheinend gut an. 🙂
    Im Großen und Ganzen hast Du schon recht, dennoch möchte ich — katholisch groß geworden und auch abgewandt — etwas differenzieren.

    Denn:
    Klar, in der Bibel geht es grausam und — das ist methodisch aber von mir falsch gemacht, da ich aus heutiger Warte gucke — rückständig zu, doch gerade die ‚Jesusgeschichte‘ ist eine, die grundsätzlich — vllt. nicht ausschließlich — von Nächstenliebe handelt, auch wenn die Handlungen der Christen sich eben nicht nach diesem Gebot richten/ richteten. Spannender für die meisten Christen ist das später aufkommende „Deus lo vult“ und der „bellum iustum“… aber zur Sache.
    Das von Dir genannte Zitat geht weiter: „Er sprach aber zu seinen Jüngern: Es ist unmöglich, daß nicht Ärgernisse kommen; weh aber dem, durch welchen sie kommen! Es wäre ihm nützer, daß man einen Mühlstein an seinen Hals hängte, und würfe ihn ins Meer, denn daß er dieser Kleinen einen ärgert. Hütet euch! So dein Bruder an dir sündigt, so strafe ihn; und, so es ihn reuet, vergib ihm. Und wenn er siebenmal des Tages an dir sündigen würde, und siebenmal des Tages wiederkäme zu dir, und spräche: Es reuet mich, so sollst du ihm vergeben.“ (Lukas 17, 1-4).

    Hier klingt das nicht mehr so böse, schlußendlich geht es um die Vergebung, die den meisten Menschen schwerer fällt, als das Lieben der Mitmenschen. Leider haben wir nur eine Übersetzung vorliegen, doch das „Es wäre ihm nützer“ ist ja auch keine Strafempfehlung, sondern beurteilt eine aus Jesus Sicht schlechte Tat, die unnützer ist, als das man ertränkt wird…

    Von der Bibel kann ich nun auch eine Brücke zu Thoreau schlagen, dessen Buch „Walden“ dir ja, so wie eben mir auch, gut gefällt: Er schreibt an einer Stelle, wenn es um den Pyramidenbau geht, dass es klüger gewesen wäre, wenn man den Pharao im Nil ertränkt hätte, um die Leiche anschließend an Hunde zu verfüttern.

    Die Bibel als Glaubensgeberin zu lesen, lehne ich ab, doch es stecken spannende, brutale, witzige, kriegstreibende, friedensstrebende, kluge, doofe etc. Geschichten darinnen… Das ist doch lustig. 🙂

    Antwort

    • Nur so aus Neugier: Hältst du das Nächstenliebegebot, wie Jesus es lehrt, denn für eine gute Sache?

      Antwort

      • Posted by mercfalk on 10. Mai 2012 at 20:27

        Kommt darauf an, wie Jesus es lehrt, so genau kenne ich mich mit der Bibel nicht aus… ich kenne vor allem die Botschaft der Kirche und da stieß mir damals ziemlich auf, als der Bischof den blöden Satz brachte: „Gutes tut, wer Gutes im Namen Christi“ tut“… ja nee, is klar.

        Aber generell würde ich behaupten, dass mir Friedensbotschaften a la Jesus, Mahatma Ghandi, Martin Luther King etc. lieber sind als zum Beispiel die ebenfalls christliche Idee des schon genannten „bellum iustum“.
        Nach dem Lesen von Mahatma Ghandis Autobiographie muss ich sagen, dass ich nicht ein glühender Verehrer bin, der alles an und von ihm toll findet, dennoch würde ich ihn sofort gegen die vielen Fremdenhasser, die überall ihre Botschaften verkünden, eintauschen.

      • Nehmen wir mal den Satz, an den die meisten Leute bei dem Thema denken. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
        Es klang in deinem ersten Kommentar, als würdest du das für eine gute moralische Regel halten und lediglich bedauern, dass kaum jemand sie einhält.

    • Klar! Ob nun FDP, die Deutsche Bahn oder das Christentum. Da hat man in der Regel leichtes Spiel beim Bashing. 😉
      Ich hab natürlich auch die ganze Bibelstelle gelesen, fand aber nicht, dass ich es aus dem Zusammenhang gerissen habe. Es geht danach noch darum, dass man vergibt, wenn Reue gezeigt wird. Aber macht das einen großen Unterschied? Nehmen wir doch mal den Gotteslästerer, der aus Überzeugung spricht und seine Worte sicher nicht bereut – so wie ich auf diesem Blog. Der müsste trotzdem bestraft werden. Und klar, Jesus befiehlt hier nicht, sondern spricht eine Empfehlung aus. Für mich macht das aber keinen großen Unterschied.
      Ich möchte hier auch gar nicht „die Kirche verteufeln“ (hahaha). Man kann aus einigen Jesus-Geschichten tatsächlich gute Botschaften herauslesen. Und die Kirche ist auch sehr bemüht diese zu betonen. Allerdings gibt es eben auch viel Brutalität in der Bibel und diese Seiten auszublenden ist falsch! Ich finde es gibt auch noch viele andere gute Seiten an der Kirche und auch an der Bibel, aber darum ging es mir gar nicht. Ich wollte nur ein wenig bashen. 😉

      Antwort

      • Posted by mercfalk on 11. Mai 2012 at 00:04

        Ich will das Bashen ja gar nicht kritisieren, darinnen bin ich auch gut und wie heißt es so schön: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein? 🙂

        Die schlechten Seite sollte man nicht ausblenden, das sage ich ja auch nicht. Doch mag ich es zu differenzieren und kleine Nuancen auszuloten, wenn ich denn mal welche sehe. 😉

      • Und das ist ja auch gut so. Gerade wenn man mit Fremden über so einen Blog kommuniziert, kann es ja leicht zu Missverständnissen kommen.
        Ich wünsche noch eine geruhsame Nacht!

  7. Posted by mercfalk on 10. Mai 2012 at 20:58

    Ahso. Auch hier möchte ich wieder differenzieren. Ich bedaure, dass das Christentum sich nicht an die Ideen von Liebe und Frieden hält. Den allbekannten Satz, man solle den Nächsten lieben, wie sich selbst, würde ich aber bei genauerer Betrachtung nicht unterschreiben, da dies auch die Liebe gegenüber den anderen verneinen kann, wenn man sich nämlich selbst nicht liebt. Und Selbstliebe und Selbsthass führen uns weit in die Psychologie und ich habe vielleicht beides in mir und ich wünsche niemandem so geliebt zu werden, wie ich mich selbst liebe… das wäre ein komplizierte Angelegenheit.

    Mir geht es also eher um eine generelle Friedensbotschaft, mit der sich ja die Kirche selbst sogar noch bis heute in Verbindung setzt, ohne aber sich für Frieden einzusetzen, vielmehr oftmals sogar den Unfrieden gleichzeitig fördernd und fordernd.

    Antwort

  8. Posted by mercfalk on 11. Mai 2012 at 00:16

    Die geruhsame Nacht wünsche ich ebenso.
    Manche meinen Gott würde sich in Träumen offenbaren… da bin ich mal gespannt. 😉

    Antwort

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