Life with humor is awesome

Comic by Selcuk Erdem.

Galgenhumor ist immer gut. Ich fühle mich auch gerade wie eine auf dem Rücken liegende Schildkröte. Morgen steht eine recht wichtige Prüfung an und ich verstehe kaum etwas vom Stoff. Doch statt den Abend fürs Lernen zu nutzen, verbringe ich Zeit mit diesem dubiosen Blog.
Der Tag vor einer Prüfung ist für mich immer anstrengend. Ich lerne weder effizient noch ruhe ich mich aus. Stattdessen schaue ich immer mal wieder in meine Materialen und erschrecke mich, wie wenig ich doch weiß. Aber ich nehm’s mit Humor. Und ab morgen wird sicher alles besser.

 

edit: Am Ende ist man immer schlauer. Die Prüfung hab ich erst im zweiten Anlauf bestanden und zwischendurch den Humor verloren. Die großen Worte, die ich hier schwinge sind eben doch nur eines: Worte!

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Auf der Suche nach Zufriedenheit… bin ich nicht

Auf dem Heimweg nach einem langen Uni-Tag wurde mir folgendes ins Ohr gesungen:

Hab keine Angst vor Dunkelheit,
frag‘ nicht wohin wir geh’n!
Wir stolpern einfach vorwärts
durch ein weiteres Jahrzehnt.
Mit vollem Bauch und leerem Kopf,
auf einem Auge blind.
Auf der Suche nach Zufriedenheit
und irgendeinem Sinn!

Die Toten Hosen – Kreuzzug ins Glück

Und da habe ich endlich begriffen, was mich an diesem Selbstfindungs-Herumgeunke, an diesem Meditations-Trara und diesem Indien-Hype immer genervt hat. Es ist komplett egozentrisch! Diese Leute möchten gelassener werden, ausgeglichen oder noch schlimmer: „total relaxt“ sein.
Dabei ist es ihnen völlig egal, in was für einer Umgebung sie sich befindet und wie es den anderen Menschen um ihnen herum geht. Es ist doch gut, wenn man noch Wut spürt, wenn neben einem die Welt den Bach hinunter geht. Ausgeglichenheit und innere Ruhe bedeutet eben auch eine Assimilation mit der Gesellschaft.

Zimtsandalen sind kein geeignetes Schuhwerk für eine Revolution!

Mach dein Ding, steh dazu!

Mach dein Ding, steh dazu!

„Und eines Tages, nach dem Mittagessen, entschuldigte er (Herman Hesse) sich, stand auf und sagt er müsse jetzt den Brief eines 18-Jährigen beantworten, der ihn gefragt habe: „Was ist das Wichtigste im Leben?“ (…) Darauf sagte Herman Hesse: „Also, wenn wir es nicht wissen, dann gehen wir doch zu Konfuzius!“ Konfuizius beantwortet die Frage „Was ist das Wichtigste?“ mit dem Satz: Treue zu sich selbst und Güte zu anderen.“
S. Unseld

Die beste Band der Welt formuliert es etwas moderner: „Mach dein Ding, steh‘ dazu, flenn nicht rum, wenn andere lachen!“

Sich selbst treu zu sein ist schon eine sehr wichtige Sache. Nur: man muss dazu erst einmal wissen, wofür man steht. Und wie groß die eigene Toleranz sich selbst gegenüber ist.


„Bist du mit deiner Selbstkritik zufrieden?“
Aus dem Tagebuch von Max Frisch.

Glücklich der, der ein Symptom hat

Glücklich der, der ein Symptom hat
Erich Fromm

„Der Mensch, der krank ist, der zeigt, dass bei ihm gewisse menschliche Dinge noch nicht so unterdrückt sind, dass sie in Konflikt kommen mit den Mustern der Kultur und dass sie dadurch Symptome erzeugen. Das Symptom is ja, wie der Schmerz, nur ein Anzeigen, dass etwas nicht stimmt. Glücklich der, der ein Symptom hat.“ Erich Fromm


„Es gibt kein wahres Leben im Falschen“ Theodor W. Adorno

Ich probiere doch nur mit dem Leben zurecht zu kommen…

Ich probiere doch nur mit dem Leben zurecht zu kommen…

Ich kämpfe und strauchle. Ich suche meinen Platz in der Welt, mit der ich mich selbst kaum arrangieren kann.

Hast du dich schon mit allem abgefunden und bist „eigentlich ganz zufrieden so“. Toll für dich, aber sympathisch bist du mir nun nicht mehr. Lieber Punk ein Leben lang, als dumpfbackiges Grinsen.

Aber ach, Punk, was soll das eigentlich sein?

Weihnachts-Profilieren

Weihnachts-Profilieren

Auch dieses Jahr schafft es passend zum 24. Dezember wieder das Wörtchen Weihnachts-Profilieren zum Wort des Tages. Einreicher, Juror und Preisverleiher waren wie jedes Jahr: ich! An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Glückwunsch.

Im Stolpergang zur Bierkiste erspähe ich sie: die ZEIT auf dem Küchentisch. Aha, er ist also gut angekommen. Und nichts hat sich geändert. Allerdings überfällt mich des nachts arrogantes Verständnis für sein Verhalten. Und irgendwie macht es mich wütend und traurig zugleich. Mir bangt es auch vor dem morgigen Treffen. Ich mag nicht, ich will nicht, ich kann nicht mehr hier wohnen.

Während des Zwangsganges zur Kirche denke ich über den Stern von Bethlehem nach. Da war in einem Bit (Stern) sehr viel Information kodiert, obwohl zwischen Gott und den Hirten keinerlei Absprache bestand. Ein wenig Blasphemie am Heiligen Abend tut mir ganz gut und ich fühle mich angenehm nerdig.

Schnabels Gabel

Schnabels Gabel
Die Fabel über Schnabels Gabel von Erich Kästner handelt von Christian Leberecht Schnabel, den Erfinder der einzinkigen Gabel. Dieser hatte damit zu kämpfen, dass seine Erfindung nichts wert sei, da sie keinen Gebrauchswert habe. Am Ende heißt es jedoch:

Ihm ging es um nichts Reelles.
Ihm ging es um Prinzipielles!
Und in sofern hatte Schnabel
mit der von ihm erfundenen Gabel
natürlich recht.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das Gedicht tröstlich oder gemein finden soll. Ich beschäftige mich auch mit einzinkigen Gabeln und habe mich immer damit getröstet, dass es mit ums Prinzipielle geht. Und wer weiß, ob nicht irgendwann einmal Bedarf an einzinkigen Gabeln besteht?! Dann wäre natürlich vorgesorgt und das Gedrängel am Besteckkorb riesig.

Man sollte die Dinge, was sie auch seien, nicht nach ihrem Gebrauchswert schätzen. (Der ist ja sowieso nicht zu ermitteln.) Aber wonach dann?